Steuernews für Ärzte

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„Ansparabschreibung“

Bisherige Rechtslage. Selbstständig tätige Ärztinnen und Ärzte konnten als so genannte „Freiberufler“ für künftige Anschaffungen ihrer Tätigkeit dienlichen fabrikneuen Wirtschaftsgütern (beispielsweise für die neue Praxiseinrichtung, ein neues Röntgengerät oder auch einen Betriebs-PKW) bereits im Vorfeld eine den steuerlichen Gewinn mindernde Rücklage bilden, die so genannte Ansparrücklage. Die Rücklage konnte bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das Wirtschaftsgut betragen, höchstens jedoch bis zu 154.000 € pro Jahr und Praxis. Die Rücklage minderte in vollem Umfang die steuerpflichtigen Einkünfte des Arztes. Wurde das Wirtschaftsgut nicht angeschafft, musste die Rücklage spätestens nach zwei Jahren mit 6 % Zinsen/p.a. Gewinn erhöhend aufgelöst werden. Letzteres erhöhte die Steuerlast des Arztes jedoch nicht, soweit er für denselben Veranlagungszeitraum nach derselben Art und Weise eine neue Ansparrücklage bilden konnte. Auf diese Weise konnten erhebliche Steuerstundungen erreicht werden.

Geplant. Doch damit ist es möglicherweise schon für dieses Jahr vorbei. Die Unternehmenssteuerreform 2008 wirft hier ihre Schatten voraus. Wird das Gesetz in diesem Jahr noch verkündet, bleibt Ärztinnen und Ärzten zwar die Möglichkeit der Bildung einer Ansparabschreibung grundsätzlich erhalten – neuerdings sogar auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter und bis zu 200.000 € pro Praxisbetrieb und Jahr. Werden die Wirtschaftsgüter jedoch nicht angeschafft, ist nicht wie bisher nur ein „Strafzinssatz“ zu zahlen und die aufgelöste Rücklage kann nicht mehr durch eine neue „neutralisiert“ werden. Vielmehr ist nach Ablauf der nunmehr dreijährigen Investitionsfrist der Steuerbescheid des Jahres, in dem die Rückstellung gebildet worden ist, zu berichtigen. Damit ist im Fall einer bloßen Rücklagenbildung ohne tatsächlich folgender Investition nichts mehr gewonnen.

Stand: 15. Mai 2007

Artikel der Ausgabe Sommer 2007

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