Steuernews für Ärzte

Social-Media-Logo

Praxisveräußerung

Steuerliche Begünstigung. Veräußert ein ein Arzt seine Praxis, wird der Gewinn unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich begünstigt. Fraglich ist, ob es steuerschädlich ist, wenn er auch nach der Veräußerung der freiberuflichen Praxis wenige Mandanten/Patienten weiter betreut.

10 %-Grenze. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist eine Fortsetzung der bisherigen freiberuflichen Tätigkeit für die Tarifbegünstigung des Veräußerungsgewinns unschädlich, sofern der Wert der nicht übertragenen Betriebsgrundlagen weniger als 10 % der durchschnittlichen Jahreseinnahmen aus den drei Veranlagungszeiträumen vor der Betriebsveräußerung ausmacht. Die zurückbehaltenen Patientenbeziehungen zählen nicht zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen, wenn darauf in den letzten drei Jahren vor der Praxisveräußerung weniger als 10 % der gesamten Einnahmen entfielen.

Neue Patienten. Die Oberfinanzdirektion Koblenz hat nun dargelegt, inwieweit auch die zukünftige Entwicklung (Hinzugewinnung neuer Patienten) bei der Prüfung der Unschädlichkeit der Zurückbehaltung zu berücksichtigen ist.

Demnach gilt: Entscheidend ist, ob neue Patienten im Verhältnis zu den zurückbehaltenen in nicht nur völlig unbedeutendem Umfang hinzugewonnen werden. Ist dies der Fall, ist der erzielte Gewinn aus der vorhergehenden Veräußerung der ärztlichen Praxis unter Zurückbehaltung der zunächst unbeachtlichen Patienten als laufender Gewinn zu erfassen.

Stand: 15. Februar 2007

Artikel der Ausgabe Frühling 2007

zum Seitenanfang
Steuerberater Klaus Vossler Kesselstrasse 17 70327 Stuttgart Deutschland +4971140703060 +4971140703070 https:/www.stb-vossler.de/