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Internetauktionen

Wettbewerbswidrige Kostenschätzungen. Listige – wohl vom Ebay-Geschäftsmodell inspirierte – Geschäftemacher hatten folgende Idee: Sie richteten das Internetportal “2teZahnarztmeinung.de” ein. Das Portal adressierte sich an Patienten und Zahnärzte. Patienten konnten hier Kostenangebote für bestimmte Behandlungen einholen und Zahnärzte konnten die Kostenschätzungen von Kollegen durch eigene Schätzungen unterbieten. Nach Ablauf einer bestimmten Auktionslaufzeit erhielt der Patient die Kostenschätzungen der fünf preisgünstigsten Bieter zugeleitet. Patienten zahlten für diesen Service einen geringfügigen Betrag. Der Zahnarzt, der den Behandlungsauftrag erhielt, musste 20 % seines Honorars an die Anbieter dieser Online-Auktionen abführen. Nach Abschluss der Behandlung musste sich der Zahnarzt außerdem einer Bewertung durch den Patienten stellen, die bei Folgeangeboten auf der Internetplattform veröffentlicht worden ist.

Standeswidrig. Die auf Wettbewerbsrecht spezialisierte 1. Kammer für Handelssachen am Landgericht München I hielt dieses Internetangebot allerdings für wettbewerbswidrig, da Zahnärzte zur Zahlung von Provisionen für neue Patienten verleitet werden. Dies verstoße gegen das Berufsrecht. Standeswidrig war nach der hier maßgeblichen Berufsordnung für bayerische Zahnärzte auch das Verdrängen eines Zahnarztkollegen aus seiner Behandlungstätigkeit, wie das LG feststellte. Da das Urteil nicht rechtskräftig ist, bleibt abzuwarten, wie die nächste Instanz entscheidet.

Stand: 15. Februar 2007

Artikel der Ausgabe Frühling 2007

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